Piaffe – wenn du dein Pferd liebst…

Ich hab diese kleine Demo für euch erarbeitet, um dieses Missverständnis (manchmal auch Missstand) mal aufzuzeigen…

Und hier noch 7 Anmerkungen zur Piaffe, die ich im Reel nicht mehr unterbringen konnte:

 

  1. Nein, um ein Pferd bis ins hohe Alter gesundzuerhalten, muss man ihm keine Piaffe beibringen (und auch keine Passage). Es reicht die Ausbildung von gesunderhaltendem Schritt, Trab und Galopp. Dieses Pferd ist bisher nie piaffiert, heute 28 Jahre alt, topfit und hat keinerlei Arthrosen.
  2. Nein, so eine Piaffe zu erarbeiten ist keine Demonstration der großen Kunst 🫠 und des Könnens von Trainern. Etwas Fingerspitzengefühl und gutes Timing und ein gut ausgebildetes Pferd wird das recht bald zeigen. Ich hatte das Videomaterial für euch in 3 Wochen erarbeitet.
  3. Freiwilligkeit führt (leider) nicht automatisch zu gesunderhaltenden Bewegungen. Hier sogar ohne Zaum und ohne Touchieren der Beine und trotzdem ungesund und stressfördernd für das Pferd!
  4. Meine unpopuläre Meinung: Nein, ich denke nicht, dass jedes Pferd eine physiologische = gesunde Piaffe erlernen kann. Viele Pferde bringen einfach nicht die nötigen körperlichen Voraussetzungen mit (Stichwort angeborene Winkel, Nervenkostüm usw..). Fact: Gesunde Piaffen sieht man wenn fast immer bei Hengsten (durch Hormone kräftig) oder bestimmten Pferderassen (richtige Winkel). Es ist daher aus gesundheitlicher Sicht nicht sinnvoll, ein süßes Rehaugen-Freizeitpferdchen mit dieser Übung zu überfordern (auch wenn es sogar “freiwillig” mitmacht 🍪).
  5. “Eine Piaffe ist ganz natürlich.” Ja und nein. Ich habe bei Aufnahmen von Wildpferden häufiger eine Passage zum Imponieren oder maximal 2-4 Tritte Piaffe – also ganz ohne Vorwärtsbewegung mit Tritten auf der Stelle – gesehen. Was man schon immer wieder sieht, sind domestizierte Pferde, die aufgeregt beim Führen an der Hand oder am Zaun eine Piaffe zeigen (weil der Zaun sie stoppt) – aber ich finde das gilt nicht als “natürlich”.
  6. Die Piaffe ist ein extrem fordernder Kraftakt für das Pferd, der sehr viel Vorbereitung und schrittweisen Muskelaufbau benötigt. Ganz ehrlich – oft fehlt uns doch die Zeit für das dafür nötige tägliche Training. Vergleicht man es mit einem Stabhochsprung im Spitzensport, würde niemand auf die Idee kommen nach drei Wochenendkursen rücklings ein 6,5 m Hindernis hüpfen zu wollen. 😄
  7. “Diese schlechte Piaffe ist nur der Beginn – ich trainiere sie gerade zu einer Guten hin!”. Hmm.. ich bezweifle das Outcome, wobei ich zugeben muss, dass ich diese Aussage aus Liebe zu Pferden nie ernsthaft “zu Ende gehandelt” habe 😅. Trotzdem frage ich mich: Was ist mit der Zeit bis dahin – gilt die nicht? Pferde leben schließlich nur im Moment. Und was wenn das Pferd ablebt, noch bevor die Piaffe eine Gute wurde??

Fazit

👉Wenn euer Pferd die körperlichen Voraussetzung für eine tolle Piaffe mitbringt (und ihr die zeitlichen), super – so majestätisch auf der Stelle dahin zu schweben ist ein herrliches Gefühl 😇👍!

👉Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht da sind, dann bitte einfach weglassen 🙏, es ist ungesund und stresst eure Pferde! Auch richtig gut ausgebildeter Schritt, Trab, Tölt oder Galopp sorgt für ein Feuerwerk an Glücksgefühlen 😃 (und zwar bei Reiter UND Pferd)!

Wie du Reiten lernen kannst, sodass dein Pferd täglich fitter wird und dein Pferd dafür schon freudig zur Aufstiegshilfe trabt, zeige ich dir gerne 😇♥️🐴 : https://equisensomotoric.com/warteliste/

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