Die 10 Trainingsgrundsätze von Equisensomotoric®
🕊️ 1. Gewaltfreiheit als Grundprinzip
Lizenzierte Trainerinnen haben sich verpflichtet, Pferde durch Geduld, Einfühlsamkeit, wohldosierten Muskelaufbau und feine Balanceverschiebungen zu trainieren – niemals durch Schmerz, Angst, Einschüchterung oder Zwang. Pferd und SchülerIn sollen aus dem Unterricht stolzer, kompetenter und mit mehr Wohlbefinden gehen. Körperliche oder psychische Gewalt haben keinen Platz im Training.
🐴 2. Emotionale Gelassenheit und Schmerzfreiheit als Ausbildungsbasis
Ein entspanntes, emotional ausgeglichenes Pferd ist die Grundlage des Equisensomotoric® Muskelaufbautrainings. Vor dem gymnastizierenden Training oder dem gezielten Muskelaufbau wird über Gelassenheitsübungen oder Hinzuziehen von Fachleuten sichergestellt, dass keine Schmerzen oder gesundheitlichen Ursachen das Verhalten oder die Bewegung des Pferdes negativ beeinflussen. Gegebenenfalls ist eine tierärztliche, therapeutische oder andere passende fachliche Abklärung selbstverständlich – im Sinne der Trainingspyramide von Equisensomotoric®.
😌 3. Stressarme und individuelle Ausbildung
Das Training orientiert sich am individuellen emotionalen und körperlichen Zustand des Pferdes sowie an Alter, Charakter, Lerntempo, Vorgeschichte und Tagesform. Nervosität, Überforderung oder dauerhafte Anspannung des Pferdes werden ernst genommen. Das Training wird in solchen Situationen sofort angepasst, um das Wohlbefinden des Pferdes schnellstmöglich wiederherzustellen.
🤫 4. Feine, klare Kommunikation
Hilfen erfolgen möglichst subtil, verständlich und fair – etwa über Balanceverschiebungen, zartes Aktivieren von Muskelketten, Körpersprache, Atmung und gutes Timing. Dabei gilt das Equisensomotoric® Grundprinzip: Weniger Hilfengebung bringt dem Pferd meist mehr. Klarheit, Ruhe und feine Signale unterstützen die nachhaltige Gesunderhaltung und einen physiologischen Bewegungsfluss.
🛡️ 5. Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit des Pferdes
Auf Methoden, die Schmerzen verursachen oder Bewegungen künstlich einschränken, wird konsequent verzichtet. Dazu gehören beispielsweise starre oder fixierende Ausbinder, gewaltsames Einrollen (Rollkur), grobes Ziehen am Maul oder das Touchieren und Schlagen der Beine zur Erzwingung von Bewegungen.
🧠 6. Verhalten wird als Kommunikationskanal verstanden
Widerstand, Unsicherheit oder Spannungen werden nicht als Ungehorsam bestraft, sondern als wichtige Hinweise ernst genommen. Das Verhalten des Pferdes wird als Kommunikation verstanden, hinter der körperliche, emotionale oder trainingsbedingte Ursachen stehen können.
🥕 7. Pausen, Lob und positive Verstärkung als Teil des Lernens
Die Ausbildungsschritte werden nachvollziehbar, in kleinen Schritten und individuell aufgebaut. Fehler gelten als wertvolle Information über den aktuellen Lernprozess, nicht als Anlass für Strafe oder Druck. Häufige Pausen zwischen den Sequenzen gehören bewusst zum Trainingsansatz, um Trageerschöpfung vorzubeugen. Pferde erhalten ausreichend Zeit zum Verarbeiten, Entspannen und körperlichen Regenerieren. Erwünschtes Verhalten wird klar und fair bestätigt – durch Stimme, Ruhe, Berührung oder Futterlob.
🤝 8. Mitdenken und Beziehung statt Dominanz
Pferde sollen aktiv mitarbeiten dürfen, anstatt mechanisch funktionieren zu müssen. Eigeninitiative, Selbstbewusstsein, Neugier und Vertrauen werden gezielt gefördert. Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd basiert auf Sicherheit, Kooperation und gegenseitigem Respekt – nicht auf Dominanz oder Unterwerfung.
🪵 9. Logischer Trainingsaufbau auf Basis der Rotationstheorie
Physische Grundprinzipien sind die Basis der Resilienzübungen (TTT) und des spezifischen Muskelaufbautrainings. Equisensomotoric® arbeitet mit dem gezielten Aufbau der Rumpfträger auf Basis der Rotationstheorie. Ziel sind emotionale Gelassenheit und rückentätige, rumpfstabile und gelenkstabile Gangarten mit harmonischem Bewegungsfluss, die das Pferd langfristig gesund erhalten und das Pferd vor Trageerschöpfung schützen.
🎓 10. Wertschätzender Umgang, Selbstreflexion und ethische Verantwortung
Lizenzierte Trainerinnen begegnen Lernenden respektvoll, geduldig und ohne Bloßstellung oder Einschüchterung. Fragen, Unsicherheiten und unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten werden ernst genommen und es wird ein positives Lernklima geschaffen. Gleichzeitig hinterfragen die Trainerinnen ihr eigenes Handeln regelmäßig, bilden sich konsequent weiter und erklären ihre Methoden offen und nachvollziehbar. Das Wohl von Pferd und Mensch steht immer über sportlichen, wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen.
Zuletzt aktualisiert: 18.05.2026

