Wie du einen Bergauf Galopp ausbildest

Einen Bergauf-Galopp zu erreichen ist sehr wichtig, da du damit das ungesunde Drehen am inneren Vorderbein unter Last verhinderst und somit Verletzungen und Arthrosen vorbeugst.

Zunächst einmal stimmt es, was immer gesagt wird: Galopp beginnt bereits im Schritt. Damit ist gemeint, dass man die rumpfstabilisierende Muskulatur im Schritt und im Trab zuvor richtig aufbauen muss. Das ist deshalb so, weil im Galopp die physikalischen Kräfte, die auf das Pferd wirken noch viel größer sind als in den niedrigeren Gangarten – d.h. mehr Muskelkraft wird benötigt und das will gut vorbereitet sein.

Hat man dies erreicht, kann folgendes helfen einen rückentätigen weichen Bergauf-Galopp zu erhalten – und zwar ganz unabhängig zum Zügel mit echter Selbsthaltung 😊:

  • Den Widerrist, die Kruppe und den Schultergürtel des Pferds mit den Beinhilfen lotrecht zum Boden austarieren, da korrekte Wirbelsäulenrotation die Schultern überhaupt erstmal öffnet
  • Den Hals mit den Zügelhilfen mittig vor der Brust zentrieren
  • Das innere Hinterbein mit der inneren Beinhilfe oder mit leichtem Kitzeln der Gerte – nur wenn nötig und punktgenau – im Sprung erhalten
  • Einen Hauch Biegung in der Gurtlage (nicht im Hals) fragen, das dies zusätzlich zur korrekten Rotation den Rumpf mit anhebt. Auch die Idee einer hebenden inneren Beinhilfe wirkt oft Wunder.
  • Und wenn man die innere Schulter dann noch etwas mehr befreien will, hilft es manchmal den inneren Zügel für einzelne Sprünge etwas anzuheben – Voraussetzung ist natürlich, dass die Zügelhände zuvor gleich hoch getragen wurden (sonst merkt das Pferd die Hilfe nicht, da diese Haltung als normal angesehen wird). Da sich dadurch unsere Körperspannung nach oben orientiert, spürt das Pferd dies auch am durchhängenden Zügel.
  • Und natürlich die eigene Körperspannung, die im Galopp (besonders beim noch wenig ausgebildeten Pferd) das richtig Maß haben muss – nicht zu hoch, aber auch nicht zu wenig und vor allem an den richtigen Stellen: Ein hierfür hilfreiches inneres Bild ist, den Oberkörper etwas nach oben zu strecken, in der Körpermitte durchlässig zu bleiben, um die Schaukelbewegung zu absorbieren und sich vom Becken abwärts sich wieder lang nach untern zu orientieren. Je höher das Pferd ausgebildet ist, umso weniger müsst ihr dem Pferd “Fels in der Brandung sein”. D.h. umso niedriger kann die Körperspannung werden.

Ich kann euch ein Lied davon singen, weil Destino ist ein Gangpferd und hatte zu Beginn wohl den allerflachsten Passgalopp den man sich nur vorstellen kann 😅. Über diese Hilfengebungen und regelmäßiges Training hat auch er heute einen wunderschönen Bergauf-Galopp. Wenn ihr euch in das Thema Aufbau der Rumpfträger vertiefen wollt, kann ich euch meinen Online-Reitkurs sehr Herz legen, wo ich das Erarbeiten der korrekten Rotation im Schritt und Trab, alle Galopphilfen und viele Stundenmitschnitte mit Entwicklungen davon Schritt für Schritt erkläre.

Ich wünsche euch viel Erfolg und traumhafte Ritte, denn nichts geht über einen tollen, gesunderhaltenden Galopp 🥰♥️🐴!

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